Tuonela Magazine - Interview with BLUTENGEL

After releasing "Un:Gott" in February 2019, BLUTENGEL recently released a mini-album "Damokles" November 2019. We had the possibility to talk to frontman Chris Pohl about the release, and their very first show in Finland at Hellsinki Industrial Festival.

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  • Dt. Zusammenfassung des Interviews mit Chris in Helsinki (Nov. 2019, Tuonela Magazine)


    Zu Beginn bemerkt Chris, dass sie wirklich begeistert, aber auch aufgeregt seien, zum ersten Mal in Finnland zu spielen, denn wie die Leute hier reagierten, wüssten sie ja noch nicht. Zuvor habe es einfach keine entsprechenden Angebote gegeben, aber ihr Label habe inzwischen gute Kontakte nach Finnland, und außerdem habe es auch zeitlich gepasst.


    Er hoffe darauf, dass das finnische Publikum ein bisschen ausflippen werde. In Mexiko etwa gingen die Leute ganz anders ab als in Deutschland und hüpften viel mehr herum, während die Goth-Szene in Deutschland schon ruhiger sei, obwohl dort auch geklatscht und getanzt werde. Chris hofft, dass die Finnen vielleicht auch etwas wilder sein und sich mehr bewegen werden. Manchmal ginge das Publikum vom ersten Song an mit, was einem auch selber motiviere, und manchmal sei es eher ein Kampf, die Leute entsprechend mitzureißen.


    Wenn das Publikum gut reagiere, könne sich Chris auch durchaus vorstellen, wiederzukommen. Denn es seien ja nur zwei Stunden Flug, und er hasse das Fliegen. So gebe es viele Angebote, nach Südamerika zu kommen, und sie seien auch schon ein Mal dort gewesen (2010 oder 2011); aber 13 oder 14 Stunden Flug nach Mexiko und in den USA dann jedes Mal die Inlandsflüge von einem Konzert zum nächsten, das sei einfach zu viel. Damals sei das okay gewesen, aber sie würden es nicht wieder tun. Vier Stunden Flug seien in Ordnung, Chris fahre aber lieber mit dem Nightliner.


    Im Folgenden erklärt er, dass fünf bis sechs Songs der aktuellen CD "Damokles" nicht mehr auf das im Februar dieses Jahres erschienene "Un:Gott"-Album gepasst hätten. Das Album "Un:Gott" sei zudem eine Art Konzeptalbum, das sich vor allem um Gott und den Teufel etc. drehe (weshalb einige Songs thematisch nicht gepasst hätten). Außerdem habe er nach der Tour ein paar neue Songs geschrieben. Die 13 Songs der Mini-CD "Damokles" sollten den Fans nun genügen, so Chris, um die Wartezeit bis zum neuen "richtigen" Album 2021 zu überbrücken.


    Er arbeite jeden Tag im Studio und probiere neue Sachen aus. Deswegen sei er recht produktiv, obwohl es natürlich auch Tage gebe, an denen es mit dem Schreiben neuer Songs nicht so klappe. Manchmal kämen ihm allerdings auch während der Tour, z.B. im Nightliner, Ideen für neue Texte, die er dann gleich aufschreibe. Und im Studio entstünden daraus später neue Songs. Zwar fürchte er immer, dass er irgendwann mal keine Ideen mehr habe, aber bisher funktioniere das Schreiben sehr gut.


    Dass BlutEngel nun schon zwanzig Jahre existiere, könne er kaum glauben. Und seitdem könne er von der Musik leben, und er sei seinen Fans deshalb sehr dankbar. Es sei so viel passiert in dieser Zeit; trotzdem komme es ihm eher wie zehn Jahre vor. Und auch wenn sie immer mal wieder etwas Neues ausprobierten, wie auf dem neuen regulären Album ein paar härtere Songs, hoffe er, dass man merke, dass BlutEngel sich vom Anfang bis heute treu geblieben seien.


    Außerdem glaube er, im Laufe der Jahre die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben - auch indem er nie bei einem Major Label unterzeichnet habe, obwohl es entsprechende Angebote gegeben habe. Er habe immer die Befürchtung, sich für einen solchen Vertrag zu sehr verbiegen zu müssen. Außerdem sei das vielleicht nur für eine kurze Zeit toll, und dann lasse einem ein solches Label eventuell wieder fallen. Stattdessen habe er nun zwanzig Jahre so arbeiten können, wie er es für richtig gehalten habe.


    "Un:Gott" habe sich mehr um das Thema Glaube gedreht, den Teufel und die schlimmen Dinge, die der Menschheit allgemein in der letzten Zeit geschehen seien: Seiner Meinung nach habe sich die Welt in die falsche Richtung entwickelt. Das "Damokles"-Album drehe sich nun mehr um Chris' persönliche Ängste. So könnten seine Eltern zum Beispiel jeden Tag sterben, und davor fürchte er sich sehr, weil er eine gute Beziehung zu seinen Eltern habe und ihr Tod sein Leben völlig verändern werde.


    Überhaupt sei das Schreiben von Songtexten für Chris wie eine Art Therapie: So könne er seinen Fans seine Erfahrungen, Probleme und Ängste mitteilen. Sie könnten ihm zwar nicht direkt antworten oder ihm etwas raten, aber es helfe ihm, zu wissen, dass sie ihm zuhörten. Und es sei nicht sein Ding, zu seinen Freunden zu gehen, um über seine Probleme zu reden. Stattdessen verarbeite er diese in seinem Texten. So könne er sich vieles von der Seele schreiben, stelle sich seinen Problemen auf eine kreative Art und Weise und denke damit über sie nach.


    Im Anschluss weist Chris auf die im neuen Jahr anstehenden Konzerte mit Hocico in Deutschland hin, bei denen sie auch einige Songs des "Damokles"-Albums spielen würden. Allerdings sei das keine echte BlutEngel-Tour und sie würden nur eine Stunde oder eineinhalb Stunden spielen. Denn die Leute sollten ja nicht sagen: "Schon wieder BlutEngel". 2021 werde es dann wieder eine neue, "echte" BE-Tour geben, nachdem das nächste reguläre Album erschienen sei.


    Das Set auf einer Tour stelle immer eine Mischung aus alten und neuen Songs dar. Inzwischen, so Chris, habe er aber so viele Alben geschrieben, dass er fünf Stunden spielen könnte. Das ist immer ein Problem, da zwei Stunden in Ordnung seien (aber eben keine fünf möglich). Also würden dann ein paar alte Titel ausgesucht, ein paar von der "Un:Gott"- und ein paar von der neuen CD und dem Album, das 2021 erscheinen wird. Manche älteren Hits müssten sie aber einfach spielen. Die Fans würden sich zum Beispiel beschweren, wenn Titel wie "Lucifer" oder "Reich mir die Hand" nicht dabei wären. Aber es hänge auch von Chris' persönlichen Gefühlen ab: So seien normalerweise immer ein paar schnellere Songs dabei, damit er selber in Stimmung komme und sich gut fühle, aber auch langsamere Lieder wie beispielsweise Balladen. Die seien bei dem Set, das sie auf dem Festival (in Helsinki) spielen würden, allerdings nicht dabei. Ansonsten müsse aber die Mischung stimmen: Es sollten schnelle und harte genauso wie langsame Songs dabei sein oder alte Titel. Also stelle man eine entsprechende Liste zusammen, und er frage dann die Tänzerinnen, zu welchen Songs sie sich eine Show ausdenken könnten. Natürlich müsse es nicht zu jedem Song eine Show geben, aber zumindest für einige. Und so werde immer weiter herumprobiert und etwas an der Setlist geändert, bis man bei einer Zusammenstellung von 20 bis 25 Titeln angelangt sei.


    Allerdings wüssten sie nicht, welche Art von Songs die Finnen mögen würden. Vielleicht gefielen dem finnischen Publikum immer nur die langsamen Balladen? Aber die seien dieses Mal eben nicht vertreten - auch weil BlutEngel ja nach Priest aufträten, mit denen sie gut befreundet seien, und da müssten sie einfach schnellere und härtere Songs spielen, um die Jungs toppen zu können.


    Zum Schluss hofft Chris, dass den Leuten der BlutEngel-Auftritt an diesem Abend gefallen werde. Und wenn sie dies dann auch entsprechend zeigten, würden BlutEngel vielleicht wiederkommen. Er freue sich jedenfalls auf die Show.


    (Zusammenfassung / Übersetzung von Morningstar76; bitte rückmelden, falls ihr Fehler findet! LG :))

    • Danke für die Zusammenfassung. :)


      "Denn die Leute sollten ja nicht sagen: "Schon wieder BlutEngel".

      Die Leute werden eher sagen: "Geil, endlich wieder BlutEngel." Zumindest sage ich das... ;-) Ein Jahr ohne BE ist kein gutes Jahr...


      "Inzwischen, so Chris, habe er aber so viele Alben geschrieben, dass er fünf Stunden spielen könnte."

      Oh ja, ich bitte darum!!! Das wäre ein Träumchen... Ich wäre sofort dabei. :love: <3 <3

    • @Seelenherz


      Ja, das kann ich auch alles so unterschreiben. :thumbup:<3 Sie können gerne ein ganzes Wochenende spielen - oder jedes Wochenende. ;)

    • Das wäre zu schön, um wahr zu sein.. seufz. Aber träumen darf man ja noch... ;) <3 <3